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Lymphdrainage

Das körpereigene Lymphsystem transportiert überschüssiges Wasser aus den Gewebe ab und bringt es in die Blutgefässe zurück. Ist dieses komplexe System gestört, staut sich das Wasser im Körpergewebe und es kommt zu Ödemen (Schwellungen). Bei der Lymphdrainage versucht der Therapeut, das Gleichgewicht wieder herzustellen und überschüssiges, gestautes Wasser zum abfliesen zu bringen. Dabei wird gleichzeitig auch das Immunsystem angeregt.

Der dänische Physiotherapeut Emil Vodder entwickelte die manuelle Lymphdrainage im letzten Jahrhundert. Ihm war aufgefallen, dass Patienten mit chronischen Erkältungskrankheiten sehr oft auch stark angeschwollene Lymphknoten am Hals aufwiesen. Mit vorsichtigen Dreh- und Pumpbewegungen massierte Vodder einen vergrößerten Lymphkonten bei einem jungen Mann und konnte ihn so kurieren. Aus dieser positiven Erfahrung heraus entwickelte er die manuelle Lymphdrainage weiter, die heute auch von vielen Physiotherapeuten angewendet wird. Dabei führt der Therapeut oder Masseur kreisförmige Bewegungen an bestimmten Körperregionen aus, um die überschüssige Flüssigkeit in das Lymphsystem zu verschieben. Meist verspürt der Patient sofort eine deutliche Erleichterung.

Lymphdrainagen dürfen nur von speziell ausgebildeten Ärzten, Masseuren oder Physiotherapeuten durchgeführt werden, bei Herzinsuffizienz, kardialem Ödemen und bakteriellen, fieberhaften Entzündungen ist aber von einer Lymphdrainage dringend abzuarten. Zwar wurden in der Vergangenheit auch spezielle Maschinen zur Durchführung von Lymphdrainagen entwickelt, die besten Ergebnisse werden aber nur durch manuelle Behandlungen erzielt.

Die manuelle Lymphdrainage verbessert und beschleunigt den Lymphfluss, bildet bei unterbrochenen Stellen (z.B. nach Operationen) neue Lymphgefäße, stärkt das Immunsystem, entwässert und entstaut.

Die Behandlung wird mit sehr wenig Druck und kreisenden Bewegungen ausgeführt, die lokalen Lymphknoten angeregt und die Lymphflüssigkeit aus dem Zwischengewebe in die Lymphgefäße geleitet.

Die manuelle Lymphdrainage wird angewendet:

  • Bei Ödemen nach Operationen (Brust-Amputation, Gefäß-, oder Gelenkoperationen)
  • Nach Unfällen
  • Bei offenen Beinen (Ulcus cruris)
  • Bei angeborener Venenschwäche
  • Zur Entschlackung nach Krankheiten
  • Bei bestimmter Form von Kopfschmerzen